Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen der Kaufmännischen Berufsschule

Zur Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen der kaufmännischen Berufsschule der Eduard-Spranger-Schule versammelten sich Schüler, Lehrer, Eltern, Freunde und Vertreter der Ausbildungsbetriebe in der Kleinsporthalle des Beruflichen Schulzentrums in Freudenstadt. Insgesamt konnten 113 Auszubildende der Ausbildungsberufe Fachpraktiker/-in im Verkauf, Verkäufer/-in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Industriekaufmann/-frau, Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement und Bankkaufmann/-frau nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung ihr schulisches Abschlusszeugnis in Empfang nehmen. Für gute Leistungen erhielten 23 Auszubildende eine Belobigung. Einen Preis für herausragende Leistungen konnte zwölf Mal vergeben werden. Den Preis des Landrats erhielt Judith Glaser (Industriefachklasse) mit einem Gesamtdurchschnitt von 1,3 (im Bild oben im roten Kleid).

Schulleiter Oberstudiendirektor Armin Wüstner begrüßte zu Beginn der Feier alle anwesenden Absolventen, Eltern, Kollegen sowie die Vertreter der Ausbildungsbetriebe. Als besonderen Gast begrüßte er Gottfried Joos, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Dornstetten. Der Schulleiter wies in seiner Rede auf die Wichtigkeit der dualen Berufsausbildung hin, dies werde vor allem auch dadurch deutlich, dass die Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die beruflichen Schulen, und damit auch die duale Ausbildung, im vergangenen Jahr in den Fokus ihrer Arbeit gestellt haben.

Schulleiter Wüstner beglückwünschte alle Absolventen und gab ihnen auf den Weg, sich jetzt in ihren Betrieben zu etablieren und „Stammspieler“ in einem eingespielten Team zu werden. Es sei nun Aufgabe der jungen Absolventen, die Betriebe mit ihren Leistungen und ihrer Freude an der Arbeit zu unterstützen. Denn nur so könne die Wirtschaftsregion Freudenstadt in eine gute Zukunft gehen.

Gottfried Joos überbrachte im Namen aller Ausbildungsbetriebe die Glückwünsche an die erfolgreichen Absolventen. Er spornte die Absolventen dazu an, die Ausbildung nicht nur als Abschluss anzusehen, sondern auch als Auftrag, sich in die Betriebe einzubringen. Joos führte an, dass die junge Generation mit der Digitalisierung aufgewachsen sei und dass es nun Aufgabe dieser Generation sei, die Digitalisierung im jeweiligen Betrieb voranzutreiben. Die Mischung aus „Alten“, die über einen großen Erfahrungsschatz verfügten und den „Jungen“, die neue Ideen bringen, mache einen Betrieb erst innovativ. Daher gelte nun, die Ärmel hochzukrempeln und sich gemeinsam fit für die Zukunft zu machen. Er schloss seine Rede mit den Worten: „Sie entscheiden, ob Sie etwas bewegen wollen oder Ihre Arbeit als notwendiges Übel ansehen“, und wünschte den Absolventen für die kommenden Aufgaben viel Offenheit, Freude und Motivation.

Für die erfolgreichen Absolventen sprach Torben Walter, Kaufmann im Einzelhandel. Er stellte das Erreichte in den Mittelpunkt seiner Rede und beglückwünschte seine Mitauszubildenden. Außerdem blickte er auf die Ausbildungszeit zurück und stellte dabei fest, dass alle Auszubildenden durch die Ausbildung ein ganzes Stück erwachsener geworden seien, denn neben dem Schulstoff musste jeder auch lernen, Verantwortung zu übernehmen. Auch er ermunterte alle seine Mitauszubildenden, sich nun in den Betrieben zu engagieren und sich den Herausforderungen, mit denen man in dem jeweiligen Beschäftigungsfeld konfrontiert werde, zu stellen. Er dankte abschließend allen Lehrern und Ausbildern für die Geduld und den Eltern und Freunden für die Unterstützung während der Ausbildung. Sein Ratschlag an alle war: „Bleibt am Ball!“

Fachabteilungsleiter Studiendirektor Jochen Mareth beleuchtete in seinen Ausführungen ein Teilgebiet der Digitalisierung: die künstliche Intelligenz. Sie beginne, wenn Maschinen „intelligente“ Leistungen vollbringen, die über das „Wenn-dann-Prinzip“ hinausgingen. So sollten menschenähnliche Entscheidungsstrukturen in einem nichteindeutigen Umfeld nachgebildet werden. Im Alltag zeige sich schwache künstliche Intelligenz z.B. in Computerspielen, die einen Gegner oder Mitspieler simulieren. Starke künstliche Intelligenz zeichne sich dadurch aus, dass ein System in der Lage sei, aus Erfahrungen selbstständig Wissen zu erzeugen. Dies finde man bereits in vielen industriellen Prozessen unter dem Begriff „maschinelles Lernen“. Es werde sich zeigen, ob es gelinge, eine digitale Superintelligenz zu formen und zu kontrollieren, denn ein System, dass sich stetig verbessere, den Menschen aber als größten Hemmschuh zur erfolgreichen Weiterentwicklung betrachte, besitze wenig Charme.

Für Mareth zeige sich die rasante technische Entwicklung daran, dass in immer kürzeren Abständen schmerzlich spürbare Veränderungen unserer Welt erkennbar seien. Die Geschwindigkeit der technischen Veränderungen sei in diesem Zusammenhang größer als die Verarbeitungskapazität und Anpassungsfähigkeit der Menschen.

Künstliche Intelligenz werde die Berufswelt verändern und unser Leben verbessen.

„Unsere fundamentalen Bedürfnisse haben sich seit Jahrzenten nicht geändert“, so Mareth weiter, „soziale Netzwerke gab es schon früher und hießen Stammtisch“. Die Veränderung heute bestehe darin, dass es eine Vielzahl neuer Möglichkeiten gebe, diese Bedürfnisse zu befriedigen.

Für die Absolventen gehe es nun darum, ihre Zukunft aktiv zu gestalten, und zwar mit Mut, Pioniergeist und dem Willen niemals aufzugeben.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von Johanna Kienzle (Gesang) und Carolin Klumpp (Klavier) umrahmt.

Im Anschluss an die Zeugnis- und Preisverleihung schloss sich ein zwangloses

Beisammensein an, bei dem sich die Anwesenden rege austauschten.