Jahrgangsstufe 1 der Eduard-Spranger-Schule Freudenstadt besucht die KZ-Gedenkstätte Dachau

Am Freitag, 03. Juni 2022, ging es für die Jahrgangsstufe 1 der Eduard-Spranger-Schule im Rahmen des GGK-Unterrichts nach Dachau, um die KZ-Gedenkstätte Dachau zu besuchen. Begleitet wurde die Jahrgangsstufe 1 von ihren GGK-Lehrerinnen und GGK-Lehrern sowie einer Gruppe von betreuenden Lehrerinnen und Lehrern.

Das NS-Regime errichtete das Konzentrationslager bereits wenige Wochen nach der Machtübernahme Hitlers im Jahre 1933 auf dem Areal der stillgelegten Königlich Bayrischen Pulver- und Munitionsfabrik Dachau, ca. 20 Kilometer nordwestlich von München. Insgesamt bestand die Haft- und Terrorstätte zwölf Jahre lang, doppelt so lang wie viele der anderen Konzentrationslager.

Mehr als 200 000 Gefangene aus über 40 Nationen waren im KZ Dachau und seinen Außenlagern inhaftiert, davon starben mindestens 41.500 Menschen an Hunger, Krankheit, Folter, Mord und den Folgen der KZ-Haft.

Die SchülerInnen erfuhren bei der Führung, dass das Lager, vor allem in seinen Anfangsjahren, zur Inhaftierung und zur Einschüchterung von politischen Gegnern des Nationalsozialismus diente.

Das KZ Dachau hatte dabei Vorbildcharakter, denn es diente in seiner Organisation und dem räumlichen Aufbau als Vorlage für sämtliche KZs, die im Reichsgebiet neu errichtet wurden.

Des Weiteren erfuhren die Schüler*innen, dass das KZ Dachau Ausbildungsort für KZ-Wachmannschaften und SS-Führer war, die nach Beginn des Zweiten Weltkrieges entsprechend in Vernichtungslagern eingesetzt wurden. Grundsätzlich handelt es sich beim KZ-Dachau nicht um ein Vernichtungslager, jedoch wurden in keinem anderen KZ so viele politische Morde begangen.

Bedeutung erlangte das Lager vor allen Dingen dadurch, dass es der erste Ort im Deutsche Reich war, an dem einem SS-Lagerkommandanten die alleinige Gerichtsbarkeit zugeteilt wurde und geltendes Recht erfolgreich außer Kraft gesetzt wurde. Die SS schuf folglich einen „Staat im Staate“. Haft und Ermordung politischer Gegner waren hierdurch dem Zugriff der Justiz entzogen.

Gegen 19 Uhr endete mit der Rückkehr nach Freudenstadt diese Fahrt in die schon viele Jahrzehnte zurückliegende Vergangenheit der deutschen Geschichte, welche aber immer noch in die Gegenwart hineinreicht. Den Schüler*innen wurde deutlich bewusst, dass Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Mitmenschlichkeit nicht immer so selbstverständlich sind, wie sie uns heute erscheinen und dass es wichtig ist, dass man für diese Rechte eintritt.

Anne Kathrin Puschner